rss_news

Analyse des BARMER-Zahnreports 2024

Der BARMER-Zahnreport 2024 untersucht die Häufigkeit und regionale Verteilung kieferorthopädischer Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

05.06.2024

Der BARMER-Zahnreport 2024 untersucht die Häufigkeit und regionale Verteilung kieferorthopädischer Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Dabei fallen deutliche Geschlechterunterschiede und regionale Abweichungen auf, die auf eine potenzielle Übertherapie hinweisen.

 

Hier die wichtigsten Aspekte im Überblick:

  • Der Report basiert auf einer Analyse der Abrechnungsdaten von mehr als 53.000 gesetzlich versicherten Achtjährigen über einen Zeitraum von zehn Jahren, was belastbare Angaben zur Inanspruchnahme kieferorthopädischer Behandlungen ermöglicht.
  • Die Behandlungsraten variieren regional stark, beispielsweise wurden in Bremen 46 % der Kinder und Jugendlichen behandelt, in Bayern hingegen 60%.
  • In Bayern und Baden-Württemberg wurden bei Mädchen Behandlungsraten von 65 %, beziehungsweise 63 % festgestellt, was auf eine mögliche Übertherapie hindeutet.
  • Etwa 60 % der Mädchen und 50 % der Jungen erhielten kieferorthopädische Behandlungen. Mögliche Ursachen seien Schönheitsideale, Gruppendruck und elterliche Fürsorge.
  • Der Zugang zur kieferorthopädischen Versorgung sei insgesamt zufriedenstellend, jedoch regional unterschiedlich. In ostdeutschen Flächenländern werde beispielsweise ein höherer Anteil der Behandlungen von Praxen ohne kieferorthopädischen Schwerpunkt durchgeführt.

 

Fazit:

  • Frühzeitige kieferorthopädische Behandlungen können langfristige gesundheitliche Probleme (z. B. Karies, Zahnfleischerkrankungen und Kieferfunktionsstörungen) und spätere, kostenintensive Eingriffe verhindern.
  • Die BARMER fordert mehr Aufklärungsarbeit über die Notwendigkeit und den Nutzen kieferorthopädischer Behandlungen. Darüber hinaus wird deutlich, dass versorgungspolitische Maßnahmen ergriffen werden sollten, um eine flächendeckende Versorgung durch spezialisierte Fachärzte sicherzustellen. Hier bestehe ein erheblicher Bedarf an weiteren Untersuchungen zur Bewertung der Behandlungsnotwendigkeit und regionalen Versorgung.
  • Zusammenfassend legt der Bericht nahe, dass insbesondere bei Mädchen und in bestimmten Regionen die Inanspruchnahme kieferorthopädischer Behandlungen kritisch hinterfragt werden.

 

Weitere Details können Sie direkt im BARMER-Zahnreport 2024 nachlesen.