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Wie hoch ist das durchschnittliche Einkommen eines Vertragsarztes? Zi-Behauptung: 24 € Netto-Stundenlohn

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung wirft den Abgeordneten der Ampel-Koalition vor, bei der Abschaffung der Neupatientenregelung im Zuge des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes von falschen Daten hinsichtlich des verfügbaren Vertragsarzt-Einkommens ausgegangen zu sein.

02.11.2022

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) wirft den Abgeordneten der Ampel-Koalition vor, bei der Abschaffung der Neupatientenregelung im Zuge des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes von falschen Daten hinsichtlich des verfügbaren Vertragsarzt-Einkommens ausgegangen zu sein („verfügbares Einkommen" = Nettoverdienst).

  • Von Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums sei laut Zi in der Debatte kürzlich ein durchschnittliches Inhabereinkommen „in Höhe von 200.000 Euro genannt" worden.
    • Zum Hintergrund: Das statistische Bundesamt weist für 2019 einen mittleren Praxisüberschuss (Gewinn vor Steuern, Altersvorsorge, Kranken- und Pflegeversicherung) je Inhaber von 215.000 € aus.
  • Die Zahlen der "Zi-Panel-Praxen" sehen jedoch anders aus: Demnach hätte ein Niedergelassener im Jahr 2020 durchschnittlich 335.000 € Honorarumsatz erzielt und daraus nach Personal- und Sachkostenabzug lediglich 172.000 € Überschuss erwirtschaftet (45 Stunden Wochenarbeitszeit).
  • Netto blieben laut Zi davon 86.000 €.
  • Diese Beträge müssen - nach Ansicht des Zi - aber noch um den auf privatärztliche Tätigkeit entfallenden Mehrertrag bereinigt werden, wenn die GKV-vermittelte Verdienstlage korrekt angegeben werden soll.
  • So kommt das Zi auf 137.000 € Jahresbrutto (Praxisüberschuss) und 61.000 € Jahresnetto.
  • Allein aus Praxistätigkeit für die GKV entsteht laut Zi somit ein verfügbares Einkommen von 24 € pro Stunde.
  • Weitere Informationen finden Sie hier.